Gefahrstoff Staub
— warum Feinstaub krank macht
Beim Bohren, Schleifen, Fräsen und Sägen entsteht Staub, den man oft nicht einmal sieht. Gerade die feinsten Partikel gelangen bis tief in die Lunge. Wer weiß, wie Staub wirkt, kann sich und sein Team wirksam schützen.
Feiner ist fieser
E-Staub und A-Staub — wie tief Staub in den Körper eindringt
Staub ist der Sammelbegriff für feinste feste Partikel. Er entsteht natürlich — etwa durch Pollen oder Erosion — und vor allem bei der Bearbeitung fester Stoffe. Je kleiner ein Partikel ist, desto länger schwebt er in der Luft und desto tiefer wird er eingeatmet. Der Arbeitsschutz unterscheidet deshalb zwei Fraktionen:
E-Staub
Alle Partikel, die über Mund und Nase eingeatmet werden können. Sie lagern sich überwiegend in Nase, Rachen und den oberen Atemwegen ab und reizen die Schleimhäute.
Allgemeiner Grenzwert: 10 mg/m³
A-Staub
Der alveolengängige Anteil: Partikel, die so klein sind, dass sie bis in die Lungenbläschen (Alveolen) vordringen. Dort können sie sich dauerhaft festsetzen und das Lungengewebe schädigen.
Allgemeiner Grenzwert: 1,25 mg/m³
Staub im Detail
Diese Stäube sind besonders kritisch
Staub ist nicht gleich Staub. Neben der Partikelgröße entscheidet vor allem das Material darüber, wie gefährlich er ist.
Quarzstaub
Entsteht beim Bearbeiten von Beton, Mörtel, Ziegel, Fliesen, Natur- und Kunststein. Alveolengängiger Quarzstaub gilt als krebserzeugend und kann zu Silikose (Staublunge) führen.
Beurteilungsmaßstab: 0,05 mg/m³ (TRGS 559)
Holzstaub
Entsteht beim Sägen, Fräsen und Schleifen. Stäube von Eiche und Buche sind als krebserzeugend eingestuft und können Tumore der Nasenhaupt- und Nasennebenhöhlen auslösen. Holzstaub reizt zudem Augen und Atemwege und kann Allergien verursachen.
Grenzwert Holzstaub: 2 mg/m³ (TRGS 553)
Mineralstaub aus Gips und Kalk
Fällt bei Trockenbau, Spachtel- und Schleifarbeiten in großen Mengen an. Er belastet die Atemwege und kann bei dauerhafter Belastung chronische Bronchitis und COPD begünstigen.
Es gilt der allgemeine Staubgrenzwert
Asbest, Mineralfasern & Schimmel
Asbestfasern, alte künstliche Mineralfasern und Schimmelsporen gehören zu den gefährlichsten Stäuben überhaupt. Asbest kann noch Jahrzehnte nach dem Kontakt Asbestose, Lungenkrebs oder ein Mesotheliom verursachen.
Absaugung nur mit Klasse H bzw. H-Asbest
Die Folgen
Was Staub im Körper anrichten kann
Staubbedingte Erkrankungen entwickeln sich meist schleichend über viele Jahre. Wenn Beschwerden auftreten, sind Schäden an der Lunge oft nicht mehr rückgängig zu machen. Mehrere davon sind als Berufskrankheiten anerkannt.
01
Reizung & Allergien
Kurzfristig reizt Staub Augen, Nase und Rachen. Husten, Niesen und tränende Augen sind erste Warnsignale. Holzstäube können zudem allergische Reaktionen und Asthma auslösen.
02
Chronische Atemwegserkrankungen
Wer dauerhaft Staub einatmet, riskiert chronische Bronchitis und COPD. Die Lunge verliert an Leistungsfähigkeit — spürbar zuerst bei Anstrengung, später auch in Ruhe.
03
Silikose & Krebs
Quarzstaub vernarbt das Lungengewebe (Silikose) und kann Lungenkrebs verursachen. Eichen- und Buchenholzstaub kann zu Krebs der Nasennebenhöhlen führen, Asbest zu Lungen- und Rippenfellkrebs.
Schutzmaßnahmen
Staubschutz nach dem STOP-Prinzip
Der Arbeitsschutz gibt eine klare Reihenfolge vor: Zuerst wird Staub vermieden, dann technisch abgesaugt — Atemschutz kommt erst ganz am Ende.
S
Substitution
Staubarme Verfahren und Materialien wählen — z. B. Nassschneiden, staubarme Produkte, langsam laufende Werkzeuge.
T
Technische Maßnahmen
Staub direkt an der Entstehungsstelle absaugen: Elektrowerkzeug mit Absaughaube plus Entstauber der Klasse M oder H. Die wirksamste Maßnahme.
O
Organisatorisch
Staubige Bereiche abtrennen, regelmäßig saugen statt kehren, Arbeitszeiten mit hoher Belastung begrenzen, Beschäftigte unterweisen.
P
Persönlich
Wenn alles andere nicht reicht: Atemschutzmaske (mind. FFP2, bei Quarz- und Holzstaub oft FFP3), Schutzbrille und geeignete Arbeitskleidung.
Praxis
Richtig und falsch im Arbeitsalltag
So machen Sie es richtig
Das sollten Sie vermeiden
Passende Starmix Sauger
Staub absaugen, bevor er in die Luft gelangt
Die wirksamste Schutzmaßnahme ist die Absaugung direkt am Werkzeug. Diese Geräte empfehlen wir für staubintensive Arbeiten:
Häufige Fragen
FAQ zu Staub und Gesundheit
Warum ist Quarzstaub so gefährlich?
Die feinen Quarzpartikel gelangen bis in die Lungenbläschen und lösen dort Entzündungen aus, die das Gewebe vernarben lassen (Silikose). Alveolengängiger Quarzstaub ist außerdem als krebserzeugend eingestuft. Er entsteht bei fast allen Arbeiten an Beton, Mörtel, Ziegel und Naturstein.
Ist Holzstaub gesundheitsschädlich?
Ja. Holzstaub reizt Atemwege und Augen und kann Allergien auslösen. Stäube von Eiche und Buche sind als krebserzeugend eingestuft. Für Holzstaub gilt ein Grenzwert von 2 mg/m³, zur Absaugung ist mindestens ein Sauger der Staubklasse M vorgeschrieben.
Reicht eine FFP2-Maske beim Schleifen?
Eine Maske ist nur die letzte Schutzstufe. Sie schützt den Träger, aber nicht Kollegen im Raum, und der Staub bleibt in der Luft. Wirksamer ist die Absaugung direkt am Werkzeug. Bei quarz- oder hartholzhaltigen Stäuben wird häufig eine FFP3-Maske empfohlen.
Warum darf ich auf der Baustelle nicht kehren?
Trockenes Kehren wirbelt gerade die feinsten, lungengängigen Partikel auf, die dann lange in der Luft bleiben. Kehren ohne staubbindende Maßnahmen und das Abblasen mit Druckluft sind deshalb bei staubintensiven Arbeiten verboten. Gereinigt wird mit Saugern der Klasse M oder H oder feucht.
Welcher Sauger schützt am besten vor Feinstaub?
Ein Entstauber der passenden Staubklasse, der direkt mit dem Elektrowerkzeug verbunden ist. Für die meisten Handwerksarbeiten ist das Klasse M (z. B. Starmix iPulse M-1635 Safe Plus), für krebserzeugende Stoffe Klasse H (z. B. Starmix iPulse H-1635 Safe Plus). Eine automatische Filterabreinigung hält die Saugleistung konstant hoch. Welche Klasse Sie brauchen, lesen Sie in unserem Ratgeber Staubklassen L, M, H.
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Hinweis: Diese Seite ersetzt keine Gefährdungsbeurteilung und keine arbeitsmedizinische Beratung. Verbindlich sind die jeweils aktuellen Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) und die Vorgaben Ihrer Berufsgenossenschaft.