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✓ Ratgeber Gesundheitsschutz

Gefahrstoff Staub
— warum Feinstaub krank macht

Beim Bohren, Schleifen, Fräsen und Sägen entsteht Staub, den man oft nicht einmal sieht. Gerade die feinsten Partikel gelangen bis tief in die Lunge. Wer weiß, wie Staub wirkt, kann sich und sein Team wirksam schützen.

✓ Quarz-, Holz- und Mineralstaub erklärt
✓ Grenzwerte nach TRGS 900, 553 und 559
✓ Schutzmaßnahmen für Betrieb und Baustelle
Direkt zu den Schutzmaßnahmen

Feiner ist fieser

E-Staub und A-Staub — wie tief Staub in den Körper eindringt

Staub ist der Sammelbegriff für feinste feste Partikel. Er entsteht natürlich — etwa durch Pollen oder Erosion — und vor allem bei der Bearbeitung fester Stoffe. Je kleiner ein Partikel ist, desto länger schwebt er in der Luft und desto tiefer wird er eingeatmet. Der Arbeitsschutz unterscheidet deshalb zwei Fraktionen:

einatembar

E-Staub

Alle Partikel, die über Mund und Nase eingeatmet werden können. Sie lagern sich überwiegend in Nase, Rachen und den oberen Atemwegen ab und reizen die Schleimhäute.

Allgemeiner Grenzwert: 10 mg/m³

besonders gefährlich

A-Staub

Der alveolengängige Anteil: Partikel, die so klein sind, dass sie bis in die Lungenbläschen (Alveolen) vordringen. Dort können sie sich dauerhaft festsetzen und das Lungengewebe schädigen.

Allgemeiner Grenzwert: 1,25 mg/m³

Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist etwa 50–70 µm dick. Lungengängiger Feinstaub ist kleiner als 10 µm — mit bloßem Auge also unsichtbar. Eine „saubere“ Luft auf der Baustelle bedeutet deshalb nicht, dass keine Gefahr besteht.

Staub im Detail

Diese Stäube sind besonders kritisch

Staub ist nicht gleich Staub. Neben der Partikelgröße entscheidet vor allem das Material darüber, wie gefährlich er ist.

Quarzstaub

Entsteht beim Bearbeiten von Beton, Mörtel, Ziegel, Fliesen, Natur- und Kunststein. Alveolengängiger Quarzstaub gilt als krebserzeugend und kann zu Silikose (Staublunge) führen.

Beurteilungsmaßstab: 0,05 mg/m³ (TRGS 559)

Holzstaub

Entsteht beim Sägen, Fräsen und Schleifen. Stäube von Eiche und Buche sind als krebserzeugend eingestuft und können Tumore der Nasenhaupt- und Nasennebenhöhlen auslösen. Holzstaub reizt zudem Augen und Atemwege und kann Allergien verursachen.

Grenzwert Holzstaub: 2 mg/m³ (TRGS 553)

Mineralstaub aus Gips und Kalk

Fällt bei Trockenbau, Spachtel- und Schleifarbeiten in großen Mengen an. Er belastet die Atemwege und kann bei dauerhafter Belastung chronische Bronchitis und COPD begünstigen.

Es gilt der allgemeine Staubgrenzwert

Asbest, Mineralfasern & Schimmel

Asbestfasern, alte künstliche Mineralfasern und Schimmelsporen gehören zu den gefährlichsten Stäuben überhaupt. Asbest kann noch Jahrzehnte nach dem Kontakt Asbestose, Lungenkrebs oder ein Mesotheliom verursachen.

Absaugung nur mit Klasse H bzw. H-Asbest

Die Folgen

Was Staub im Körper anrichten kann

Staubbedingte Erkrankungen entwickeln sich meist schleichend über viele Jahre. Wenn Beschwerden auftreten, sind Schäden an der Lunge oft nicht mehr rückgängig zu machen. Mehrere davon sind als Berufskrankheiten anerkannt.

01

Reizung & Allergien

Kurzfristig reizt Staub Augen, Nase und Rachen. Husten, Niesen und tränende Augen sind erste Warnsignale. Holzstäube können zudem allergische Reaktionen und Asthma auslösen.

02

Chronische Atemwegserkrankungen

Wer dauerhaft Staub einatmet, riskiert chronische Bronchitis und COPD. Die Lunge verliert an Leistungsfähigkeit — spürbar zuerst bei Anstrengung, später auch in Ruhe.

03

Silikose & Krebs

Quarzstaub vernarbt das Lungengewebe (Silikose) und kann Lungenkrebs verursachen. Eichen- und Buchenholzstaub kann zu Krebs der Nasennebenhöhlen führen, Asbest zu Lungen- und Rippenfellkrebs.

Schutzmaßnahmen

Staubschutz nach dem STOP-Prinzip

Der Arbeitsschutz gibt eine klare Reihenfolge vor: Zuerst wird Staub vermieden, dann technisch abgesaugt — Atemschutz kommt erst ganz am Ende.

S

Substitution

Staubarme Verfahren und Materialien wählen — z. B. Nassschneiden, staubarme Produkte, langsam laufende Werkzeuge.

T

Technische Maßnahmen

Staub direkt an der Entstehungsstelle absaugen: Elektrowerkzeug mit Absaughaube plus Entstauber der Klasse M oder H. Die wirksamste Maßnahme.

O

Organisatorisch

Staubige Bereiche abtrennen, regelmäßig saugen statt kehren, Arbeitszeiten mit hoher Belastung begrenzen, Beschäftigte unterweisen.

P

Persönlich

Wenn alles andere nicht reicht: Atemschutzmaske (mind. FFP2, bei Quarz- und Holzstaub oft FFP3), Schutzbrille und geeignete Arbeitskleidung.

Praxis

Richtig und falsch im Arbeitsalltag

So machen Sie es richtig

✓Sauger direkt mit dem Elektrowerkzeug verbinden
✓Sauger mit Gerätesteckdose und Einschaltautomatik nutzen
✓Auf automatische Filterabreinigung achten (z. B. iPulse)
✓Schlauchdurchmesser an der Warneinrichtung korrekt einstellen
✓Beim Bohren eine Bohrstaubabsaugung nutzen, z. B. Bohrfixx
✓Entsorgungssack staubarm verschließen und wechseln

Das sollten Sie vermeiden

✕Trocken kehren — das wirbelt Feinstaub erst richtig auf
✕Kleidung oder Flächen mit Druckluft abblasen
✕Haushaltsstaubsauger oder L-Sauger für Baustaub einsetzen
✕Mit zugesetztem Filter weiterarbeiten
✕Am Arbeitsplatz essen, trinken oder rauchen

Häufige Fragen

FAQ zu Staub und Gesundheit

Warum ist Quarzstaub so gefährlich?

Die feinen Quarzpartikel gelangen bis in die Lungenbläschen und lösen dort Entzündungen aus, die das Gewebe vernarben lassen (Silikose). Alveolengängiger Quarzstaub ist außerdem als krebserzeugend eingestuft. Er entsteht bei fast allen Arbeiten an Beton, Mörtel, Ziegel und Naturstein.

Ist Holzstaub gesundheitsschädlich?

Ja. Holzstaub reizt Atemwege und Augen und kann Allergien auslösen. Stäube von Eiche und Buche sind als krebserzeugend eingestuft. Für Holzstaub gilt ein Grenzwert von 2 mg/m³, zur Absaugung ist mindestens ein Sauger der Staubklasse M vorgeschrieben.

Reicht eine FFP2-Maske beim Schleifen?

Eine Maske ist nur die letzte Schutzstufe. Sie schützt den Träger, aber nicht Kollegen im Raum, und der Staub bleibt in der Luft. Wirksamer ist die Absaugung direkt am Werkzeug. Bei quarz- oder hartholzhaltigen Stäuben wird häufig eine FFP3-Maske empfohlen.

Warum darf ich auf der Baustelle nicht kehren?

Trockenes Kehren wirbelt gerade die feinsten, lungengängigen Partikel auf, die dann lange in der Luft bleiben. Kehren ohne staubbindende Maßnahmen und das Abblasen mit Druckluft sind deshalb bei staubintensiven Arbeiten verboten. Gereinigt wird mit Saugern der Klasse M oder H oder feucht.

Welcher Sauger schützt am besten vor Feinstaub?

Ein Entstauber der passenden Staubklasse, der direkt mit dem Elektrowerkzeug verbunden ist. Für die meisten Handwerksarbeiten ist das Klasse M (z. B. Starmix iPulse M-1635 Safe Plus), für krebserzeugende Stoffe Klasse H (z. B. Starmix iPulse H-1635 Safe Plus). Eine automatische Filterabreinigung hält die Saugleistung konstant hoch. Welche Klasse Sie brauchen, lesen Sie in unserem Ratgeber Staubklassen L, M, H.

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Hinweis: Diese Seite ersetzt keine Gefährdungsbeurteilung und keine arbeitsmedizinische Beratung. Verbindlich sind die jeweils aktuellen Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) und die Vorgaben Ihrer Berufsgenossenschaft.

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