Staubklassen L, M und H erklärt
— welcher Sauger für welchen Staub?
Die Staubklasse entscheidet, wie viel Feinstaub ein Sauger zurück in die Raumluft bläst — und ob Sie ihn im Betrieb oder auf der Baustelle überhaupt einsetzen dürfen. Hier finden Sie alle Unterschiede auf einen Blick.
Grundlagen
Was bedeutet die Staubklasse bei Staubsaugern?
Staubklassen beschreiben, wie zuverlässig ein Sauger gesundheitsgefährdende Stäube zurückhält. Grundlage ist die europäische Norm DIN EN 60335-2-69 für Industriestaubsauger und Entstauber. Entscheidend ist der sogenannte Durchlassgrad: Er gibt an, wie viel Prozent des aufgesaugten Staubs wieder aus der Abluft entweicht.
Je gefährlicher der Staub, desto niedriger muss der Durchlassgrad sein. Maßgeblich ist dabei der Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) des jeweiligen Stoffes — also die Konzentration in der Luft, ab der gesundheitliche Schäden zu befürchten sind.
Die Staubklassen im Vergleich
L, M, H und H-Asbest — die Unterschiede
Klasse L
Durchlassgrad: < 1 %
Für Stäube mit AGW: > 1 mg/m³
Geprüft wird: das Filtermaterial
Entsorgung: keine besonderen Vorgaben
Privat, Hausstaub, Erde, unbedenkliche Stäube
Klasse M
Durchlassgrad: < 0,1 %
Für Stäube mit AGW: ≥ 0,1 mg/m³
Geprüft wird: das komplette Gerät
Entsorgung: staubarm
Beton, Mörtel, Gips, Fliesen, Holz — inkl. Hartholz
Klasse H
Durchlassgrad: < 0,005 %
Für Stäube: mit allen AGW, auch krebserzeugend
Geprüft wird: das komplette Gerät
Entsorgung: staubfrei
Schimmelsporen, Blei, künstliche Mineralfasern, Keime
H-Asbest
Basis: Staubklasse H
Zusätzlich: Eignungsprüfung für Asbest nach TRGS 519
Geprüft wird: das komplette Gerät
Entsorgung: staubfrei, als gefährlicher Abfall
Arbeiten an asbesthaltigen Materialien
AGW = Arbeitsplatzgrenzwert. Durchlassgrad = Anteil des Staubs, der den Sauger mit der Abluft wieder verlässt.
Entscheidungshilfe
Welcher Staub braucht welche Staubklasse?
Die Übersicht zeigt typische Stäube aus Handwerk, Bau und Werkstatt. Im Zweifel gilt: lieber eine Klasse höher wählen.
| Material / Tätigkeit | Typischer Einsatz | Mindest-Staubklasse |
|---|---|---|
| Hausstaub, Erde, Sand (grob) | Privathaushalt, Hobby, Garten | L (nur privat) |
| Weichholz (Fichte, Kiefer), Spanplatte, MDF | Tischlerei, Innenausbau, Montage | M |
| Hartholz (Eiche, Buche) | Tischlerei, Parkett schleifen | M |
| Gips, Kalk, Spachtelmasse | Trockenbau, Malerarbeiten | M |
| Beton, Mörtel, Ziegel, Fliesen, Naturstein (quarzhaltig) | Bohren, Schlitzen, Fräsen, Schleifen | M |
| Lack- und Farbstäube | Schleifen von Altanstrichen | M — bei Bleifarbe H |
| Künstliche Mineralfasern (alte Mineralwolle) | Dämmung, Rückbau | H |
| Schimmelsporen, Keime, Vogelkot | Sanierung, Gebäudereinigung | H |
| Asbesthaltige Stoffe | Sanierung durch Fachbetriebe | H-Asbest |
Rechtliche Vorgaben
Warum Klasse L im Betrieb tabu ist
Seit der TRGS 504 (Technische Regel für Gefahrstoffe „Tätigkeiten mit Exposition gegenüber A- und E-Staub“) gilt: In Handwerk und Industrie sind für alle Stäube in ihrem Geltungsbereich nur noch Sauger und Entstauber der Staubklassen M und H zulässig.
01
Kontrollen auf der Baustelle
Aufsichtspersonen der Berufsgenossenschaften und Arbeitsschutzbehörden kontrollieren Baustellen. Wird ein unzulässiger Sauger angetroffen, kann die Tätigkeit untersagt werden.
02
Kehren und Abblasen verboten
Trockenes Kehren ohne staubbindende Maßnahmen und das Abblasen mit Druckluft sind bei staubintensiven Arbeiten nicht erlaubt. Gereinigt wird mit Saugern der Klasse M oder H oder feucht.
03
Bis zu 300 € Förderung
Die BG Bau bezuschusst Bau-Entstauber der Klassen M und H mit 50 % der Anschaffungskosten — für Mitgliedsbetriebe bis zu 300 €.
Darauf sollten Sie achten
So erkennen Sie einen echten M- oder H-Sauger
Staubklasse M und H bekommt nur, wer als Gesamtgerät geprüft ist. Diese Merkmale gehören dazu:
Passende Starmix Sauger
Die richtige Staubklasse in unserem Sortiment
Für jede Staubklasse das passende Gerät — alle Modelle mit Starmix Qualität „Made in Germany“.
Häufige Fragen
FAQ zu den Staubklassen
Welche Staubklasse brauche ich als Handwerker?
Für die meisten Arbeiten im Handwerk — Bohren in Beton, Schleifen von Gips, Sägen von Holz — ist Staubklasse M das Minimum, z. B. der Starmix iPulse M-1635 Safe Plus. Arbeiten Sie mit krebserzeugenden Stoffen, Schimmel oder alten Mineralfasern, brauchen Sie Staubklasse H, z. B. den Starmix iPulse H-1635 Safe Plus.
Darf ich einen L-Sauger im Betrieb verwenden?
Für Tätigkeiten, bei denen Staub entsteht, nein. Nach TRGS 504 sind in Industrie und Handwerk nur Sauger der Staubklassen M und H zulässig. L-Sauger eignen sich für den privaten Bereich und für unbedenkliche Verschmutzungen.
Was ist der Unterschied zwischen Staubklasse M und H?
Ein M-Sauger lässt weniger als 0,1 % des Staubs durch, ein H-Sauger weniger als 0,005 % — also zwanzigmal weniger. H ist für krebserzeugende und krankheitserregende Stäube vorgeschrieben, die Entsorgung muss staubfrei erfolgen.
Reicht Staubklasse M für Quarzstaub aus Beton?
Ja. Für mineralische, quarzhaltige Stäube fordert die TRGS 559 mindestens Staubklasse M. Wichtig ist, dass der Staub direkt am Werkzeug abgesaugt wird — also Sauger und Elektrowerkzeug zusammen eingesetzt werden.
Kann ich mit einem H-Sauger auch Asbest saugen?
Nur, wenn der Sauger zusätzlich für Asbest geprüft und zugelassen ist (H-Asbest) — wie der Starmix iPulse H-1235 Asbest Safe Plus. Ein normaler H-Sauger reicht nicht. Außerdem dürfen Arbeiten an asbesthaltigen Materialien nur von sachkundigen Fachbetrieben ausgeführt werden.
Wird ein M- oder H-Sauger gefördert?
Ja. Mitgliedsbetriebe der BG Bau erhalten 50 % der Anschaffungskosten zurück — bis zu 200 € bzw. 300 € bei Geräten mit erweiterter Warneinrichtung. Alle Details finden Sie auf unserer Seite zur BG Bau Förderung.